Oberpullendorf, 19. 8. 2026
Berlakovich und Fazekas: Maut belastet Menschen und Betriebe – ÖVP fordert Rücknahme und mehr Kontrollen

Die von der Rot-Grünen Landesregierung geplante Maut auf Landesstraßen sorgt im Bezirk Oberpullendorf für scharfe Kritik. Ab 1. Jänner 2027 soll auf der B61a zwischen dem Grenzübergang Rattersdorf und der S31 eine Benützungsgebühr für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen fällig werden – bis zu rund 1.190 Euro pro Fahrzeug und Jahr.
Die angekündigte Mautpflicht betrifft auch die A3-Anschlussstelle am Grenzübergang Klingenbach. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Frachtverkehr künftig über Deutschkreutz, Unterpetersdorf, Horitschon und Lackendorf ausweicht. Eine zusätzliche Belastung der Gemeinden durch mehr Schwerverkehr muss verhindert werden.
Verkauft wird das von der Landesregierung als Maßnahme gegen den ausländischen Transit und für die Straßenerhaltung.
Verantwortlich dafür ist Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) – der selbst aus dem Bezirk Oberpullendorf kommt und dort SPÖ-Bezirksparteivorsitzender ist. ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich und der Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag, Patrik Fazekas, warnen vor massiven Folgen für die heimische Wirtschaft sowie den Menschen in den Ortschaften und fordern die Rücknahme.
Berlakovich und Fazekas machen deutlich, dass die Maut nicht – wie von der Landesregierung dargestellt – in erster Linie den ausländischen Transitverkehr treffe, sondern den gesamten heimischen Werkverkehr: den Tischler, der seine Möbel selbst ausliefert, den Baustoffhändler, den Getränkezusteller, das Bauunternehmen. Auch Busse fallen unter die Regelung.
„Diese Maut ist eine starke Belastung der Betriebe und für die Menschen in den Ortschaften. Verkauft wird sie als Maßnahme gegen den ausländischen Transit – zahlen wird sie der heimische Unternehmer. Der ausländische Frächter kauft sich eine Tagesvignette und schlägt sie dem Kunden auf. Der heimische Tischler oder Getränkehändler bleibt auf den Kosten sitzen, weil er sie im Wettbewerb nicht weitergeben kann. Bei Rot-Grün werden am Ende wieder einmal die Fleißigen zur Kasse gebeten.“ – Niki Berlakovich, ÖVP-Bezirksparteiobmann
Besonders schwer wiegt für Fazekas, dass der zuständige Landesrat Heinrich Dorner selbst aus dem Bezirk Oberpullendorf stammt und dort SPÖ-Bezirksparteivorsitzender ist.
„Das ist der eigentliche Skandal: Der Landesrat, der diese Maut zu verantworten hat, ist der SPÖ-Bezirkschef von Oberpullendorf. Er kommt aus unserer Region und ausgerechnet er belastet jetzt seine eigene Heimat. Wer, wenn nicht er, müsste die heimische Wirtschaft und Menschen schützen? Stattdessen fällt Heinrich Dorner den eigenen Leuten in den Rücken. Das werden ihm die Unternehmer und die Bevölkerung im Bezirk Oberpullendorf nicht vergessen.“ – Patrik Fazekas
Fazekas verweist auf die konkrete finanzielle Belastung und das Liquiditätsrisiko gerade für kleinere Betriebe. Ein Getränkebetrieb mit sechs Fahrzeugen zahle rund 4.500 Euro im Jahr, ein Bauunternehmen mit 15 Lkw über 11.000 Euro.
„Die Landesregierung greift den Betrieben in unserem Bezirk direkt in die Kassa. Ein Bauunternehmen mit 15 Lkw zahlt jährlich einen fünfstelligen Betrag, nur um überhaupt zur Arbeit zu kommen. Und das Absurdeste: Wer im Osten des Bezirks direkt an der Schnellstraße sitzt, zahlt nichts, wer im Westen an der B61a hängt, zahlt drauf. Das ist eine Standortverzerrung mitten im eigenen Bezirk – und das in einer Grenzregion, die jeden Arbeitsplatz braucht.“ – Patrik Fazekas, Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag
Berlakovich warnt zudem, dass die Maut das Transitproblem nicht löse, sondern in die Ortschaften verlagere. Es drohten gleich zwei Ausweichrouten: zum einen vom Grenzübergang Rattersdorf über die B55 durch Rattersdorf, Liebing und Lockenhaus auf die B50 und weiter durch Hochstraß, Piringsdorf und Steinberg-Dörfl Richtung S31; zum anderen eine Zunahme des Verkehrs im Osten des Bezirks über den mautfrei bleibenden Grenzübergang Deutschkreutz, mit zusätzlicher Belastung entlang der B62 durch Deutschkreutz, Unterpetersdorf, Horitschon und Lackendorf.
„Der Transit sucht sich immer den billigsten Weg. Wird die B61a bemautet, weicht der Schwerverkehr aus – durch Rattersdorf, Liebing, Lockenhaus, Piringsdorf und Steinberg-Dörfl. Genauso über Deutschkreutz und die B62. Genau dort, wo die Menschen ohnehin schon unter dem Verkehr leiden. Auf dieser Strecke gibt es bereits ein LKW-Fahrverbot. Aber wie man hört, wird nicht so streng kontrolliert. Schon heute ist die Belastung für die Menschen dort groß. Wenn jetzt noch der abgedrängte Maut-Verkehr dazukommt, wird die Situation unhaltbar. Wir brauchen dort endlich mehr Kontrollen, sonst wird die Belastung für Deutschkreutz, Unterpetersdorf, Horitschon und Lackendorf untragbar.“ – Niki Berlakovich
Beide betonen, dass die Erhaltung der Landesstraßen eine Kernaufgabe des Landes sei und aus dem Landesbudget zu finanzieren wäre – nicht über eine Sonderabgabe auf die heimische Wirtschaft. Ergänzend fordern Berlakovich und Fazekas, das bestehende Transit-LKW-Fahrverbot auf der B62 endlich konsequent zu kontrollieren, um die Anrainer in Deutschkreutz, Unterpetersdorf, Horitschon und Lackendorf zu schützen.
„Wir lassen Betriebe und die Menschen damit nicht allein. Wir rufen alle Gemeinden im Bezirk auf, in ihren Gemeinderäten Resolutionen gegen diese Maut zu beschließen. Der Entwurf ist in Begutachtung, der Beschluss fällt erst. Es ist also noch Zeit, dieses wirtschaftsfeindliche Vorhaben zu stoppen – wenn die Region jetzt gemeinsam auftritt.“ – Patrik Fazekas
Die Volkspartei kündigt an, das Thema in den kommenden Wochen sowohl im Landtag als auch in den Gemeinden aktiv voranzutreiben und den Schulterschluss mit der Wirtschaftskammer und den betroffenen Betrieben zu suchen.


